U13-Leistungsvergleich in Hoya: Lernen am höchsten Niveau

Valentin Wilkening im Eins-gegen-eins-Duell gegen einen Spieler von Werder Bremen

Schon beim Betreten der Halle wurde deutlich: Dieses U13-Sichtungsturnier war mehr als ein gewöhnlicher Leistungsvergleich. Hoch konzentrierte Spieler, strukturierte Abläufe und ein spürbares Maß an Intensität prägten den Tag – ein Umfeld, das sowohl Spielern als auch Trainern wertvolle Erkenntnisse lieferte.

Stützpunktmannschaften trafen auf Nachwuchsleistungszentren renommierter Vereine wie Werder Bremen, dem VfL Osnabrück und dem FC St. Pauli. Ein Vergleich, der sportlich fordernd war – und zugleich aufzeigte, wie nah Breite und Spitze im Nachwuchsfußball beieinanderliegen können.

 

Spieler erleben Intensität und Verantwortung

Aus Sicht der Spieler war das Turnier vor allem eines: besonders. Torwart Otto Menking schilderte seine Eindrücke mit einem Lächeln:
„Ich war eigentlich nicht so aufgeregt – aber als ich die großen 5-Meter-Tore gesehen habe, fand ich das richtig cool.“

Besonders in Erinnerung blieben ihm seine Paraden gegen den VfL Osnabrück sowie der gehaltene Strafstoß. „Wir haben als Team nie gemeckert, jedes Spiel bis zum Schluss durchgezogen und zusammengehalten.“

Auch Feldspieler Valentin Wilkening betonte den besonderen Charakter des Tages:
„Es ist ein tolles Gefühl und eine Ehre, den NFV-Kreis Nienburg mit den besten Spielern der Region auf diesem Niveau zu vertreten.“
Trotz der kurzen gemeinsamen Vorbereitungszeit habe das Team als Einheit funktioniert und sich mutig mit hochklassigen Gegnern gemessen.

 

Trainer sehen klare Ausbildungsmerkmale

Aus Sicht der Trainer bestätigte sich, wie entscheidend individuelle Qualität auf diesem Niveau ist. Levent Cesur hob insbesondere die Eins-gegen-eins-Situationen hervor:
„Man konnte klar erkennen, dass diese Duelle – offensiv wie defensiv – spielentscheidend waren. Wer dort Vorteile hatte, konnte Überzahlen schaffen und Spiele lenken.“

Zugleich zeigte sich, dass die Stützpunktspieler phasenweise sehr gut mithalten konnten. Für die kommenden Trainingseinheiten nahm Cesur konkrete Schwerpunkte mit: Bewegung mit und ohne Ball, mutige Entscheidungen im Abschluss und eine noch klarere Nutzung offener Räume.

Kai Rätzel richtete seinen Blick vor allem auf Entwicklungsprozesse innerhalb des Teams:
„Man hat gesehen, dass wir bei einzelnen Spielern besondere Fähigkeiten haben, aber auch noch Entwicklungspotenzial – vor allem in der Entscheidungsschnelligkeit unter Druck und in der Konsequenz, taktische Vorgaben durchgehend umzusetzen.“
Gerade der direkte Vergleich helfe, Abläufe zu schärfen und Trainingsinhalte gezielt weiterzuentwickeln.

 

Sicht der Verantwortlichen: Standortbestimmung und Ausbildungsauftrag

Für Stefan Dieckmann, Kreisjugendobmann des NFV-Kreises Nienburg, hatte der Leistungsvergleich einen hohen Stellenwert:
„Es hat sich gezeigt, dass wir im Kreis Nienburg auf dem richtigen Weg sind. Wir konnten mithalten – und in den nächsten Jahren ist hier noch einiges zu erwarten.“

Besonders der Mix aus Stützpunkten und Nachwuchsleistungszentren sowie die Spielbedingungen in der großen Halle hätten dem Turnier ein besonderes Profil verliehen.

Moderator Stefan Gilster, Leiter des Qualifizierungsausschusses und stellvertretender Kreisvorsitzender, ordnete den Leistungsvergleich in den größeren Ausbildungskontext ein. Für ihn sind solche Turniere ein wichtiger Realitätsabgleich – auch für Trainerinnen und Trainer:
„Hier sieht man, was möglich ist, wenn Spieler dieses Alters drei- bis viermal pro Woche trainieren. Gleichzeitig erkennt man, dass die Basis bei unseren Stützpunkten vorhanden ist.“

Der direkte Vergleich helfe, Leistungsunterschiede einzuordnen, ohne die Bedeutung der Breite aus dem Blick zu verlieren. Besonders hob Gilster das enge Zusammenspiel zwischen Vereinen, Stützpunkten, Kreisjugend- und Qualifizierungsausschuss hervor. Fortbildungen, Trainingsdialoge und der offene Austausch sorgten dafür, dass Wissen weitergegeben und Ausbildung kontinuierlich verbessert werde.

 

Schiedsrichter unter hohen Anforderungen

Das eingesetzte Schiedsrichtergespann wurde ebenfalls gefordert. Vor allem das hohe Tempo und die technischen Anforderungen sorgten für viele Entscheidungen in kurzen Abständen. Schiedsrichter Mike-Andre Ziehm sagte:
„Sehr spielintensiv – Hut ab vor den D-Jugendlichen. Bremen hatte keinen Leistungsabfall. War echt stark die Truppe.“
Trotz der Intensität blieb das Turnier sportlich fair.

 

Organisation und Fairness als Qualitätsmerkmal

Neben dem sportlichen Niveau überzeugte auch der organisatorische Rahmen. Ein klar strukturierter Ablauf, ein erfahrenes Schiedsrichterteam und ein insgesamt sehr faires Miteinander prägten das Turnier. Solche Rahmenbedingungen schaffen Vertrauen – und ermöglichen den Fokus auf das Wesentliche: die sportliche Entwicklung der Spieler.


Autor: Janine Geisler